IRIS 2015

Published on Jan 25, 2016

Präsentation von Christine Kirchberger auf IRIS 2015 in Salzburg, Feb 2015

PRESENTATION OUTLINE

KOOPERATION

VON RECHTSINFORMATION & ANWENDERINNEN

Christine Kirchberger

USER - IT - QUELLEN

KOOPERATION?
Verhältnis von Usern (linke Waagschaale), von IR Technologie in Mitte & von Rechtsquellen (rechte Waagschale).

Heutiger Fokus von juristischer Informationssuche auf Technologie.

Weiters besteht keine Zusammenarbeit/Kooperation zwischen den verschiedenen Teilen, - Subjekt + Objekt + Mittel

Untitled Slide

Puzzle, das meine Dissertation mit den verschiedenen Faktoren darstellt.

- linke Spalte Rechtsinformation (Dokumente, Text, Linearität)
- mittlere Spalte IR Technologie (Data, Mathematik, Listen)
- rechte Spalte Users (Bilder, Faul, Assoziationen).

KOOPERATION

ZWISCHEN RECHTSQUELLEN
Rechtsquellen/Rechtsinformation werden/wird heute immer noch als verschiedene Arten von Dokumenten angesehen, die keine deutliche Verbindung zueinander haben.

Auch Metadaten (wie Preisschilder auf Foto) ändern nichts an dieser Tatsache. Es wird keine deutliche Kooperation zwischen den verschiedenen Rechtsquellen gezogen.
Photo by La Citta Vita

KOOPERATION

ZWISCHEN RECHTSINFORMATION & ANWENDERINNEN
Abgesehen von der fehlenden Kooperation zwischen verschiedenen Arten von Rechtsquellen, weisen juristische IR Systeme auch keine deutliche Kooperation/Interaktion mit den UserInnen auf.

Die Suche ist ein einmaliges Ereignis, und kein fortbestehender Austauch/Kooperation zwischen den Objekten und den Subjekten von Rechtsinformation.
Photo by Mylla

LISTEN

KEINE KOOPERATION -> KEINE INTERAKTION
Das Bild zeigt den status quo der juristischen Informationssuche.

Der Userin wird einer Liste der verschiedenen "relevanten" Rechtsquellen präsentiert. Das Ranking basiert in erster Linie auf mathematischen Berechnungen.

Die Liste zeigt jedoch nicht, wie sich die einzelnen Rechtsquellen zueinander verhalten, mehrere Dokumente in der Liste können z.B. die gleiche Frage behandeln oder die gleiche Gerichtsentscheidung diskutieren. Dies ist jedoch nicht sichtlich in der Liste (aus z.T. grafischen Gründen).

Darüber hinaus bietet die Liste keine fortgesetzte Interaktion mit der Userin an. Sobald die Ergebnisse präsentiert werden, ist die Zusammenarbeit beendet (abgesehen von Filtern).

INFINITY OF LISTS

Photo by armigeress

KOOPERATION

Vorschlag einer Präsentation eines Suchergebnisses ....

- Verhältnis der verschiedenen Rechtsquellen deutlich (auch mit Linien: builds upon, implements, etc)
- Statt gesamten Dokumenten wird nur Teil der Rechtsquelle gezeigt, der auf Suchfrage passt.
- Rechtsinformationsteile können auch in Grösse nach "Wichtigkeit"/Popularität angepasst werden.
= Kooperation von Rechtsquellen

- Userin wird weitere Suche erleichtert, sie kann leicht auf andere Rechtsquellen zugreifen, die mit einer bestimmten Rechtsquelle zusammenhängen.
- Userin bekommt rasch einen Überblick über welche Arten von Rechtsquellen in Frage kommen; z.B. hauptsächlich Gesetze, Rechtsprechung, juristische Literatur, Berichte von Behörden, ....


Erweiterungsmöglichkeiten:
- Falls ein Dokument/Teil einer Rechtsinformation von Suchbegriffen erfasst wird, wird komplettes Netzwerk auch präsentiert.
- Als Ausgangspunkt wird ein Dokument der Userin verwendet.

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Zweiter Teil einer erhöhten Kooperation ist, dass nur die Teile der Rechtsquelle präsentiert werden, die von Interesse sind. Also nicht das gesamte Gesetz, die gesamte EU Richtlinie, die gesamte Entscheidung des EU Gerichtshofes, sondern nur die Paragrafen, die von Interesse sind.

WARUM?

Photo by jing.dong

VISUELL

Menschen sind visuell, was durch zahlreiche Gehhirn und kognitive Forschung bewiesen worden ist.

Wenn Sie das Wort Elefant hören, denken Sie an das Bild eines Elefanten, nicht an das geschriebene Wort Elefant.

Eine mehr graphische Darstellung von Suchergebnissen könnte daher Userinnen entgegenkommen und die Kooperation erhöhen.

Assoziationen

Mehrfache Gehirnforschung hat auch bewiesen, dass Menschen in Assoziationen denken. Wir können uns manchmal an die Stelle in einem Buch erinnern, wo wir was gelesen haben, aber nicht an das, was wir gelesen haben. Wir verbinden gewisse Düfte mit gewissen Situationen, gewisse Musik mit gewissen Erinnerungen.
Photo by JonathanCohen

WEITERE SUCHE

Die Frage der weiteren Suche hängt daher sehr mit dem Thema der Assoziationen zusammen.
Photo by uwelino

SUCHVERHALTEN

Darüber hinaus gibt es Forschung schon seit den 20er Jahren, - principle of least effort, Zipf - dass Menschen eher faul sind, wenn es um den Gebrauch der Sprache geht.

Dieses Prinzip spiegelt sich auch in den Grundideen der Ranking Algorithmen wieder. Mit anderen Worten, viele der ersten Suchalgorithmen bauten auf diesem Prinzip auf.

Eine Erhöhung der Interaktion und Kooperation würde auch diesem Faktor entgegenkommen, dh die Userin muss nicht immer neu beginnen, zu suchen.

SYSTEMATISCHE AUSLEGUNG

ALS TEIL DER JURISTISCHEN METHODEN
Zuletzt, ist die systemtische Auslegung auch Teil der juristischen Methode. Die Plazierung eines Gesetzesparagrafen im Gesetz spielt Rolle für die Auslegung. Dies könnte auf die gesamten Rechtsquellen ausgeweitet werden.

Der Begriff Rechtssystem spiegelt auch die Idee wieder, dass Rechtsquellen prinzipiellt ein System darstellen.

WIE?

Photo by hatalmas

VERNETZEN

Ein erster Ansatz, den die Forschung um das semantische Web bereits erfasst hat, ist eine erhöhte Vernetzung von Rechtsinformation.

Gerade im Recht gibt es zahlreiche Fussnoten, Verweise und andere Relationen, die relativ leicht dargestellt werden könnten.

Mein Suchergebnis Bild sieht ja eigentlich sehr ähnlich aus.
Photo by cameronneylon

VISUALISIERUNG

Der zweite Ansatzpunkt ist eine erhöhte Visualisierung dieser Netzwerkstrukturen und vielleicht auch sogar der Rechtsquellen.

Wichtig ist jedoch, immer nach dem Sinn der Visualisierung zu fragen. Falls dieser nicht sichtbar ist, kann auch die Visualisierung nicht zum erwünschten Ziel beitragen, siehe z.B. Ravellaw.com.
Photo by karstenkneese

KLEINE TEILE

RECHTSINFORMATION STATT RECHTSQUELLEN
Abschliessend würde ich auch gerne eine Verkleinerung der Rechtsquellen sehen, dh weg von dem Dokument als Ausgangspunkt und Objekt, und Teile von Rechtsinformation als Objekte.

Auch die innere Struktur von Rechtsquellen folgt oft der gleichen Struktur, und diese sollte viel öfter ausgenutzt werden. Vor allem Gesetze werden selten lineär durchgelesen und sogar Gerichtsurteile werden manchmal nur in Bezug auf die "wichtigsten" Teile gelesen.

Im Endeffekt verschwinden die Dokumente sowieso als Daten in der Suchmaschine, dh eine kleinere Rechtsinformationseinheit könnte sicher nicht zu schwierig bemeistert werden.

Eine gewisse Anpassung der Produktion von Rechtsquellen und Rechtsinformation wäre natürlich auch wünschenswert.
Photo by Noema Pérez

Untitled Slide

Danke fürs Zuhören!